Strophanthin bei Herzrhythmus­störungen – Wichtiges im Überblick

Herkunft: Strophanthin ist ein natürliches Herzglykosid aus afrikanischen Schlingpflanzen

Indikation: Es war über viele Jahre DAS Mittel bei Herzerkrankunge

Verbreitung: Durch andere Herzglykoside (Digitalis) und synthetisch hergestellte Arzneimittel wurde Strophanthin verdrängt und geriet in Vergessenheit

Medikation: Auch heute noch kann es einen wichtigen Stellenwert haben, v. a. als Ergänzung zu klassischen Herzmitteln

Erfahrung: Die Behandlung mit Strophanthin bieten heutzutage nur noch wenige Ärzte an

Was ist Strophanthin?

Strophanthin, manchmal auch Strophantin geschrieben, ist eine Substanz, die aus den Samen einiger Schlingpflanzenarten der Gattung Strophanthus gewonnen wird. Unterschieden wird zwischen k-Strophanthin (Strophanthin kombé) und g-Strophanthin (engl. Ouabain) oder Strophantus gratus. Die pflanzlichen Arzneimittel wurden über viele Jahrzehnte hinweg bei Herzbeschwerden wie Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz oder koronarer Herzkrankheit eingesetzt.

Wie wurde die Wirkung von Strophanthin entdeckt?

Die Entdeckung von Strophanthin und seiner Wirkung auf das Herz ist eigentlich einem Zufall zu verdanken: Im Jahr 1859 nahm der Botaniker John Kirk auf einer Expedition in Afrika versehentlich die pulverisierten Samen einer Strophanthus-Pflanze beim Zähneputzen zu sich. Dabei stellte er fest, dass sich seine Herzbeschwerden verbesserten. Basierend auf dieser Entdeckung folgten zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Mit dem Ergebnis, dass Strophanthin bereits wenige Jahre später als Arzneimittel zur Behandlung von Herzinsuffizienz und anderen Herzkrankheiten eingesetzt wurde.

Warum gilt Strophanthin bei Herzrhythmus­störungen als „vergessenes Medikament“?

Herzrhythmusstörungen gehören deutschlandweit zu den häufigsten Herzerkrankungen. Rund ein Prozent der Menschen hierzulande ist betroffen1. Auch die Herzinsuffizienz ist weit verbreitet. Darüber hinaus gilt sie als eine der häufigsten Todesursachen – sowohl bei Männern als auch bei Frauen 2. Die früher weit verbreitete Behandlung von Patienten mit Strophanthin wurde zunehmend durch eine Therapie mit synthetischen Medikamenten wie ACE-Hemmern oder Betablockern ersetzt. Da diese jedoch zahlreiche Nebenwirkungen haben, nimmt das Interesse an Strophanthin bei Herzrhythmusstörungen und Co. wieder zu.

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Ist die Wirksamkeit von Strophanthin wissenschaftlich nachgewiesen?

Bis in die 1990er Jahre hinein gehörte das natürliche Herzglykosid Strophanthin bei der medizinischen Behandlung von Herzinsuffizienz noch zum anerkannten Standard. Die aufkommende Kritik und Diskussion dreht sich seitdem im Wesentlichen um zwei Aspekte: Die Bioverfügbarkeit von oral eingenommenem Strophanthin und die Gleichsetzung der Wirkungsweise mit anderen Glykosiden, allen voran Digitalis, das aus dem heimischen Fingerhut gewonnen werden kann.3

Unterschiedliche Wirkungsweisen

Neben einer oralen Einnahme von Strophanthin-Präparaten ist auch eine intravenöse Gabe möglich, mit einer völlig anderen Resorptionsrate. Zudem wirken nicht alle Herzglykoside, von denen es etwa 200 verschiedene Arten4 gibt, gleich. Insofern darf die Wirkung von Digitalis (Digitoxin, Digoxin) nicht mit Strophanthin gleichgesetzt werden. Die Folge: Erfahrungswissenschaft und aktuelle Lehrmeinung stehen sich derzeit noch recht unversöhnlich gegenüber.

Strophantin hat eine schnelle, aber kürzere Wirkung als Digitalis. Dadurch ist die Kumulationsgefahr geringer. Strophantin gilt sogar als Antidot bei Digitalis-Vergiftungen.  Während Strophantin mehr auf die Systole wirkt, soll Digitalis mehr auf die Diastole wirken.

Wie wirkt Strophanthin auf das Herz?

Strophanthin hat vielfältige Wirkungen. In höherer Dosierung hemmt es die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe in der Zellwand. Dadurch steigt der Gehalt von Natrium-Ionen in der Zelle, gleichzeitig sinkt das intrazelluläre Kalium.

Wirkungsweise von Strophanthin

Das Herzglykosid Strophanthin hat deswegen einen sogenannten positiv inotropen Effekt – die Schlagkraft des Herzens erhöht sich. Forschungen zeigen, dass Herzglykoside die Herzschlagfrequenz senken können.

In niedrigeren Dosierungen wirkt Strophantin ausgleichend auf das vegetative Nervensystem. Der eher anregende Sympathikotonus wird gesenkt, der mehr dämpfende Parasympathikus hochgefahren. 1991 wurde im menschlichen Körper ein dem Strophantin gleichendes Hormon nachgewiesen („endogenous oubain like factor“), das eine Stoffwechsel und Blutdruck regulierende Wirkung hat und vermehrt bei reduzierter Durchblutung gebildet wird.

Zudem verbessert Strophantin die Fettsäure-Oxidation der Herzmuskelzellen, es entsäuert durch Senkung des Laktat-Spiegels, es wirkt anti-inflammatorisch (also anti-entzündlich), steigert die Bildung von Melatonin und verbessert die Mikrozirkulation (wichtig z. B bei „small-vessel-disease“ / Kleingefäßerkrankung).

Wenige Ärzte kennen sich noch mit der Strophanthin-Therapie aus

Aktuell gibt es nur noch wenige Ärzte, die ihren Patienten Strophanthin bei Vorhofflimmern, Angina pectoris oder erhöhtem Blutdruck verordnen oder eine intravenöse Therapie mit diesem Wirkstoff anbieten. Die meisten finden sich im Bereich der ganzheitlichen Medizin bzw. Komplementärmedizin. Eine Dokumentation ambulanzkardiologischer Therapie-Ergebnisse nach Anwendung oralen g-Strophanthins aus dem Jahr 1984 zeigt, wie positiv Ärzte das Mittel damals bewerteten: 3.552 von 3.645 beurteilten die sogenannte Strodival-Therapie ausschließlich positiv5.

Wie erfolgt die Therapie mit Strophanthin?

Früher wurde Strophanthin zumeist intravenös verabreicht. Im Laufe der Zeit kamen zusätzlich Medikamente auf den Markt, die eine orale Einnahme in Form von Tabletten oder Tropfen ermöglichten. Heute ist die Arznei aus der afrikanischen Liane überwiegend als homöopathisches Mittel erhältlich. Nur wenige Apotheken bieten noch die Möglichkeit, Strophanthin-Arzneien auf Rezept herzustellen. Doch schon allein ein solches Rezept zu bekommen, dürfte für die meisten Patienten schwer sein, denn der Großteil der heute praktizierenden Ärzte besitzt kaum noch Kenntnisse über Strophanthin, sodass entsprechende Medikamente selten verordnet werden.

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Dosierung und Anwendungs­hinweise

Die wenigen naturmedizinisch bewanderten Ärzte, die heute noch über die Wirkung von Strophanthin Bescheid wissen, setzen diese überwiegend als konservative Behandlungsmethode im ambulanten Setting ein. Dabei werden vorrangig Tinkturen und Kapseln mit dem Wirkstoff verordnet. Da die Bioverfügbarkeit des natürlichen Arzneistoffs bisweilen sehr unterschiedlich ist, kommt es auf eine individuell angepasste Dosierung an. Gerade hier stoßen manche Mediziner, die nicht über die nötige naturheilkundliche Erfahrung verfügen, an ihre Grenzen.

Ob Strophanthin nach Schlaganfall oder bei Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern oder Herzinsuffizienz eingesetzt werden sollte, muss individuell entschieden werden. Wie bei allen anderen Medikamenten auch, muss man die gleichzeitige Einnahme weiterer (chemischer) Medikamente beachten, aufgrund potenzieller Wechselwirkungen. Entscheidend ist deswegen die Erfahrung des Behandlers und dementsprechend ein ganzheitlicher Behandlungsansatz, der die Stärken der modernen Schulmedizin mit dem tradierten Wissen der Naturmedizin in Beziehung setzt und den Patienten mit seiner individuellen Historie in den Mittelpunkt rückt.

Welche Ärzte kennen sich mit einer Strophanthin-Therapie aus?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Angina pectoris, Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Vorhofflimmern sind als sogenannte Volks- oder Zivilisationskrankheiten ein häufiges Begleitmerkmal des westlichen Lebensstils. Im Zuge einer Behandlung wird das Herz-Kreislauf-System der Patienten häufig mit verschiedenen synthetisch hergestellten Medikamenten regelrecht bombardiert. Insbesondere bei Patienten mit leichten Symptomen können die unerwünschten Nebenwirkungen dieser Arzneimittel teilweise unangenehmer sein als die tatsächlichen Symptome der zugrundeliegenden Erkrankung.

Wer Angina pectoris, Bluthochdruck und Co. natürlicher, sanfter und schonender behandeln möchte, entscheidet sich deshalb für Mediziner, die sich auch mit Naturheilkunde auskennen.

Kombination aus Schul- und Naturmedizin für eine ganzheitliche Behandlung

In der Klinik für Naturheilkunde der Dres. von Rosen werden moderne medizinische Standards mit naturheilkundlichem und naturmedizinischem Wissen kombiniert. Dabei fließen sowohl die Ergebnisse klinischer Studien als auch die Erfahrungswerte der jahrelangen naturheilkundlichen Praxis in die Behandlung ein. Ob Strophanthin bei Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern oder Herzinfarkt zum Einsatz kommt, wird stets individuell festgelegt. Denn oftmals liegen die Ursachen von Herzschwäche und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht auf einer einzelnen Ebenen, sondern sind Teil eines mehrschichtigen körperlichen und seelischen Ungleichgewichts.

 

FAQs zu Strophanthin

Strophanthin wird heute nicht mehr als Medikament vertrieben. Lediglich als homöopathisches Mittel ist es noch erhältlich. Hier unterscheidet sich das Wirkspektrum aber deutlich von der klassischen Verwendung. Ausgewählte Apotheken bieten auch heute noch an, Strophanthin-Tinkturen herzustellen – hierfür wird jedoch ein Rezept benötigt. Rezeptfrei sind lediglich einige homöopathischen Mittel.

Eine Behandlung mit Strophanthin sollte immer unter Berücksichtigung des individuellen Gesundheitszustands des Patienten und dessen Biografie erfolgen sowie stets genau abgewogen werden. Besteht ein hohes Risiko für einen Herzinfarkt oder wurde ein solcher gerade erst durchlebt, steht diese Behandlungsmethode genauso auf dem Prüfstand wie bei extremen Herz-Kreislauf-Beschwerden. Gegebenenfalls sollte die Behandlung nur in Kombination mit weiteren Verfahren erfolgen.

Strophanthin gilt allgemein bei richtiger Dosierung als nebenwirkungsarm. In verschiedenen Studien wurde lediglich von sehr leichten Nebenwirkungen einer leichten Schleimhautreizung im Mund berichtet. Bei intravenöser Gabe sollte Strophantin verdünnt und langsam gespritzt werden, damit Reizungen der Venenwand vermieden werden. Um die unerwünschten Effekte einer Behandlung zu reduzieren, ist die Einbettung der Strophanthin-Gabe in ein ganzheitliches Konzept angeraten.

Digitalis wird aus dem Fingerhut gewonnen, Strophanthin aus Samen von Schlingpflanzen. Beide Substanzen sind herzwirksam, haben aber ein unterschiedliches Nebenwirkungsprofil. Laut Yatin Shah von der Charité Berlin ist das Nebenwirkungsprofil von Strophanthin besser. Trotzdem werden Arzneimittel mit Digitalis bis heute zur Behandlung von leichter Herzinsuffizienz oder Vorhofflimmern eingesetzt.6

Quellenliste

1 DGK Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. „Deutscher Herzbericht: Herzrhythmus-Störungen nehmen wegen steigender Lebenserwartung zu – Verdoppelung in den nächsten 50 Jahren erwartet“, Pressetext DGK 01/2017, https://dgk.org/daten/PA-Herzbericht-Rhythmusstoerungen-Frei-form.pdf (Letzter Aufruf: 30.01.23)

2 Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz – Langfassung, 3. Auflage. Version 3. 2019 [cited: 2023-01-30]. DOI: 10.6101/AZQ/000482., Kapitel 2 Epidemiologie, Risiko- und Prognosefaktoren“, www.leitlinien.de/herzinsuffizienz., Internet: www.leitlinien.dewww.awmf.orghttps://www.leitlinien.de/themen/herzinsuffizienz (Datum des Zugriffs: 30.01.2023)

3 Petry R-J. „Die Lösung des Herzinfarkt-Problems durch g-Strophanthin“. In Erfahrungsheilkunde 2004;  53(2), S. 67. DOI: 10.1055/s-2004-819994. Karl F. Haug Verlag https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2004-819994 (Letzter Zugriff: 14.02.23)

4 Chemie.de „Herzglykosid“. https://www.chemie.de/lexikon/Herzglykosid.html (Datum des Zugriffs: 14.02.23)

5 Apotheker A. Herbert GmbH. „Eine Dokumentation ambulanzkardiologischer Therapie-Ergebnisse nach Anwendung oralen g-Strophanthins“. 1984. https://www.strophantus.de/wp-content/uploads/2021/01/Dokumentation1984-1.pdf (Letzter Aufruf 02.11.2023)

6 Shah, Yatin „Strophanthin – ein besonderes Herzglykosid“. In: Zeitschrift für Komplementärmedizin 2011; 3(2), S. 50. Hioppkrates Verlag https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0030-1270928 (Letzter Aufruf: 14.02.23)

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